Originalgetreue Darstellung der Oberfläche unserer Erde
Nachdem ich Mitte der 1970er Jahre vom Wehrdienst zurückkehrte, begann ich eine Lehre, die
ich 1978 als fertiger Vermessungtechniker abschloss. Zu dieser Zeit beherrschten Tusche und
Zirkel das Vermessungsbüro im Gegensatz zu heute, wo CAD-Programm und Plotter dies tun.
Im Feld bzw. im Außendienst erfüllen heute elek- tronische Meßgeräte ihren Dienst. In der Zeit
meiner Lehre und auch noch eine zeitlang danach waren optische Geräte vorherrschend.
Als ich meine Lehre machte schaffte sich das private Vermessungsbüro, in dem ich diese absolvierte, den
allerersten Computer an - eine Olivetti-Rechenmaschine mit Programmen und Daten auf Magnetstreifen
für 9.000 DM -
der ganze Stolz der Geschäftsführung.
Nach Abschluß der Lehre mit Abitur in der Hand begann ich folgerichtig ein Studium zum
Vermessungsingenieur. Leider sehr spät, nach etwa zwei Jahren, merkte ich, daß dies
nicht meine Sache war.
Ich brach das Studium ab und fing Anfang der 80er Jahre in der Straßenbauabteilung eines
Consulting-Büros als Vermessungstechniker bzw. als Bauzeichner an.
Ausschnitt aus einem Lageplan als Tuschezeich- nung
Auf die Planung einer vierspurigen Schnellstraße durch
ein Naturschutzgebiet in Wuppertal folgte die Planung einer vierspurigen Prachtstraße in Bagdad im
Irak. Zu dieser Zeit war der Krieg zwischen dem Iran und Irak in vollem Gange. Wenn wir unsere
Höhenpläne betrachteten, waren wir uns darüber im Klaren, daß eine Bombennacht die Realität verändert
haben könnte. Außerdem war der Sinn und Zweck dieses Entwicklungshilfe-Projekts für uns ohnehin
sehr
fragwürdig, da die motorisierte Verkehrsdichte in Bagdad zumindest zu dieser Zeit sehr überschaubar
gewesen sein dürfte.
Im Rahmen dieses Projektes musste ich auch mal zur irakischen Botschaft nach Bonn
fahren,
um für einen Kollegen, der im Irak arbeiten sollte ein Visum ab zu holen. Mir ist auch jetzt noch, nach
so langer Zeit, gegenwärtig wie mir dort ein beinahe feindseliges Klima entgegen schlug,
obwohl Deutschland doch gar nicht am Krieg beteiligt war. Nachdem ich
die Türschwelle zur irakische Auslandsvertretung übertreten hatte, hatte ich das Gefühl in einem
anderen Land zu sein. Ich fühlte mich als Gast im eigenen Land. Dies war für mich ein eindrucksvolles
Erlebnis.(zusätzliche Infos unter: http://sigi-klein.bplaced.net/)